Donnerstag, 1. Juli 2010

Heute-Update Filmprogramm + Live Art ab 13_00


Live Art von Silke Gottschalk (Ready made, Installation), Sonja Hohenbild (Fair billiger,Teppiche) , Isabella Gresser (Die teuerste Banane der Welt) Lena Braun (Logos versteckt im Raum) Marco Olbrich (bullet in the sky, Heliumluftballons, Anke Fischer (Potlach)

mehr infos zur Marco Olbrich, der morgen abend eine performance Lecture hält:







Heute ab 13.00 Uhr folgendes Filmprogramm auf dem Anton-Saefkow-Platz


Jarmark Europa. Produktion: cinéma copains, Berlin. Regie, Buch, Schnitt: Minze Tummescheit, D , 2004, 115 Min.

Septemberweizen, Regie, Buch, Kamera, Schnitt: Peter Krieg, D, 1980 , 96 Min


Kaiser der Paradeiser, Monika Kirschner, D, 2005, 61 Min


Excerpt from the book: People, Places, Process: The Shops Project, FrenchMottershead,

Jagoda Documentary, 2009, Ljubljana, Slovenia, 18.25 min

Nevenka, Ursula, Alenka and Janja. Customers of Laura, Kamera: Robertina Šebjanič, 2009, Ljubljana, Slovenia 9.50 min


Business (after London + New York), D, 2009, Linda Weiss, 8 min

Das Lächeln der Dinge: 1. Henrik Eickelkamp, Benjamin Kuschnik, Simon Talkner Gruppe: Kaffeegranulat, 3 min, 2010

2. Nicole Heimbürge, 1.30 min, 2010


Die Queen Barbie Loge tätowiert sich ins Lord Jim Museum, Lena Braun, D, 2009, 8 min.

Dienstag, 29. Juni 2010

Eine Tomate ist ein Tomate ist eine Tomate

Monika Kirschner -Der Kaiser der Paradeiser
lebt als Filmemacherin, Regisseurin, Buchautorin und Moderatorin in Waldfriede im Soonwald südlicher Hunsrück. Sie arbeitet als Journalistin hauptsächlich für ARD, ZDF und ARTE.

Die Schwerpunkte ihrer Arbeit liegen in den Themenbereichen Ökologie, Gesellschaft, Medizin und Ernährung. Seit 1988 freie Produzentin, Filmemacherin, Regisseurin und Moderatorin für ARD, ZDF und ARTE, Moderatorin der Hobbythek, Magazinbeiträge, Dokumentationen, Feature und Reportagen, Arte-Themenabende.
Wenn Erich Stekovics am Anfang des Filmes durch das Dorf fährt, sieht man wie ihn die Menschen links und rechts grüßen. Mann kennt ihn gut und mag ihn, den Bewahrer und Wiederentdecker des guten Geschmacks. Geschmack, der längst in den Gemüsetheken der Supermärkte abhanden gekommen ist. Die einzige Tomate die wir akzeptieren, ist rot und rund. Die Tomaten von Stekovics haben alle möglichen Formen und Farben. Bei seinen Führungen zeigt er den Besuchern welche Vielfalt ausserhalb der Supermärkte möglich ist, man merkt ihm an, er hat eine echte Mission. Das schafft auch kein noch so gut ausgestatteter Biomarkt. Frau Kirschner schafft es in ihrem Film, die Lust nach mehr zu wecken, mehr Geschmack, mehr Tomate, mehr Stekovics. Mehr über ihn erfährt man hier.

Lust auf Tomaten anbauen? Hier und Hier kann man sie kaufen. Guten Geschmack!!

Nicht verpassen Donnerstag auf dem Anton-Safkow-Platz, Programm ab 13.00 Uhr!





Montag, 21. Juni 2010

Muss der wahre Anarchist Banker werden?.

Foto: Linda Weiss

In ihrer künstlerischen Reflexion der Weltwirtschaftskrise verbindet die Berliner Künstlerin Linda Weiss Film, Text und Fotografie. Ihre Kamera versucht die Finanzwelt in ihrer architektonischen Gestalt und strukturellen Konstitution zu erfassen, und will damit Einblicke in verborgene Machtzentren liefern. Ihre Aufnahmen in den Finanzvierteln von London und New York kombiniert mit Textzitaten verschiedener Autoren liefern vielfältige Anstöße zur Interpretation und Kritik. (The Art of Speculation, Justin Hoffmann, Kunstverein Wolfsburg)

„Business (after New York)“ zeigt Shots, die sich auf den erstmalig in Split-Screen-Technik gedrehten Vorspann des Films, „Thomas Crown ist nicht zu fassen“, beziehen. Die intelligent-ironische Banküberfallkomödie, in der Steve McQueen den smarten Geschäftsmann und Planer eines konzeptuellen Bankraubes verkörpert, ist gleichzeitig als Metapher für das Finanzkrisen-Debakel zu verstehen. Die Drahtzieher sind nicht zu kriegen.

Ein Textlayer aus Zitaten des portugiesischen Poeten Fernando Pessoa, „Ein anarchistischer Bankier“, unterläuft in Form eines Stock Watching Tapes, Videoaufnahmen einer Bank in New York. „Business (after New York)“ knüpft an die von Mark Beasley (Creative Time NY) kuratierte Ausstellung "Sudden White (after Lonon)" in der Royal Academy of Arts London an, welche sich mit apokalyptischen Situationen beschäftigt und die damalige Stimmung des Finanzcrashs 2008 in London wiederspiegelte.  Text: Linda Weiss

Obwohl der Text "Ein anarchistischer Bankier"  von Fernando Pessosa 1929 geschrieben wurde, wirkt er doch wie ein Kommentar auf die heutige Zeit, die heutige Krise. Eine Paralelle zur großen Weltwirtschaftkrise im Jahre 1929 kann getrost gezogen werden, auch wenn heute einige Parameter anders erscheinen. Mit der grossen Depression gingen die sogenannten "Goldenen Zwanziger" zu Ende. Die Folgen damals waren Massenarbeitsloigkeit und eingeschränkter internationaler Warenhandel, da die einzelnen Länder versuchten mit projektionistischen Massnahmen wie Strafzöllen usw. ihren Binnenhandel zu schützen. 

Eine andere Methode der Krise Herr zu werden oder sie zu überwinden, wäre dann wie Fernando Pessosa in dem Buch beschreibt (als Bankier) sich des Geldes zu bemächtigen, so lange das der mögliche Mangel nicht mehr spürbar wird. Muss der wahre Anarchist Banker werden?. Fernando Pessosa schrieb lange für die Schublade. Für die meisten Texte benutzte er Heteronyme, die im Gegensatz zu Pseudonymen dazu dienen sich dem Text figürlich, körperlich zu nähern, oder besser gesagt einzufühlen. Er erfand eine eigenständige Identität mit  Vorlieben und Gewohnheiten und schrieb dann in dieser erdachten Maskerade.

Nach seinem Tod sind unglaubliche 27.453 Manuskripte im Nachlass gefunden worden, alle im fragmentarischen Stil. 

Linda Weiss nähert sich auch körperlich der Krise, die Bilder aufgenommen in leeren Bürogebäuden, spärlich ausgestattet mit Insignien der Macht. Durch die Abwesenheit von Handelnden wirken sie um so stärker. 




Sonntag, 13. Juni 2010

Abschiedskiosk

Anke Fischer,Kunststudium fine art hallam university sheffield
/HBK Braunschweig Meisterschülerin Klasse Marina Abramovic

Text: Anke Fischer Titel: ABSCHIEDKIOSK

tausend Dank- Zone im Stil der Nordwestpazifiker

Ein Projekt zur Schenkökonomie: auf dem Gelände des Wochenmarktes wird eine Potlach Zone eingerichtet. Der Potlach ist ein "Geschenkfest" in der nordwestpazifischen indianischen Kultur. Die Bezeichnung dafür bedeutet einfach "geben". In formaler Anlehnung an Marketingdesign und Verkaufsaufsteller werden Miniaturwerbeflächen entworfen. Diese EYEcatcher, Displays in Form von Decken und 2-dimensionalen dienen als Ablagen für Gegenstände von denen sich Leute getrennt haben sowie für Geschenke. Sie werden auf dem Markt platziert. Die Anordnungen und Objekte sind Gegenstand der Inszenierung einer wohlwollenden Übertragung von Eigentum. Die Tauschobjekte, Geschenke und Texte, innerhalb der Potlach Zone sind das Zeichensystem einer nicht monetären Handelssprache. Sie sind Beziehung stiftende Elemente in der Kette von Geben und Nehmen. Künftige Eigentümer werden teils über Geocatchingportale zum Ort geleitet, also per Navigationssystem über Standorte informiert oder als " Laufkundschaft" auf den Abschiedskiosk und die anonymen Geschenke aufmerksam gemacht.

Es ist nicht leicht, ein Nordwestpazifiker zu sein.





Mittwoch, 9. Juni 2010

Die teuerste Banane der Welt!

Isabella Gresser_Die tätowierte Banane mit Partner


1995-2001 HBK Braunschweig, Klasse Marina Abramovic 1998-2002 Freie Klasse Berlin, UdK Berlin 2006/7 residence in asia (Taiwan, China, Korea)

Internationale Beteiligung an Filmfestivals/Screenings : Berlinale Panorama 05, Visions NY 09, New Fest NY, Frameline SF ("calling an ocean" auf fucking different), EmaF Osnabrück 09 , 4.Queer Filmfestival Beijing/China 09

Text: Isabella Gresser

Die tätowierte Banane mit Partner_ Die Banane hat in ihren verschiedenen Herkunftsländern jeweils unterschiedliche Bedeutungen. Als westliches kulturelles Artefakt ist sie Symbolträger für Systemunterschiede und Abgrenzung jeglicher Art geworden. - Phallus / Potenz - Wohlstand, Konsum , Marktwirtschaft- Wiedervereinigung - Warenmangel der ehem. DDR, Verhöhnung - Ausbeutung / Kolonialistisches Denken, Imperialismus - Freiheit der Kunst Subversivität - später High art places (Warhol/ Baumgärtel) Interessant ist wie sich die unterschiedlichen Bedeutungen im Wandel der Zeit verändern.

Die Banane wird zum Träger der Symbole des Kapitals, Macht, Ausbeutung, Potenz, Piraterie etc. Für die Ausstellung werde ich einen Bananenbund mit Logos, fake logos, Zeichnungen slogans etc überfrachten und mit den unterschiedlichen Aussagen spielen. Der tätowierte Bananenbund wird auf einem der Markttische zum Preis des momentanen teuersten Kunstwerkes (ca. 106,4 Mio. Dollar Picasso) zum Verkauf angeboten. Im Gegensatz dazu, das Objekt der Begierde verletzt betreten am Boden liegend, gesichert durch eine Absperrung. Die Abgrenzung birgt Kunstort und Tatort zugleich.

Weitere Arbeiten der Künstlerin Isabella Gresser hier.


Ein Video über den fairen Handel mit Bananen, leider ohne Ton.



Tätowiertes Markenzeichen als Provokation!

Lena Braun, Galeristin, Künstlerin,Kuratorin, Mitinitatorin des Solaris Kunstvereins


Lena Braun reinszeniert und feminisiert ironisch das Logo der Lord Jim Lodge. Sie rief 1992 die Queen Barbie Loge in Leben und kreiert mit ihrem eigenen Logo ein eigenes feminisiertes Markenzeichen. Sie wird den Markplatz des Anton_Saefkow-Platz mit ihrem Eigenen Logo „Mond tritt Schwanz“ als feminisierten Warenraum inszenieren. Das Video : Die Queen Barbie Loge tätowiert sich in Lord Jim Museum wird auf dem Marktplatz und in der Filmreihe präsentiert.

Eine Marke oder Markenzeichen (engl. mark) – früher auch unter dem einseitigen Begriff Warenzeichen bekannt – ist ein besonderes, rechtlich geschütztes Zeichen, das vor allem dazu dient, Waren oder Dienstleistungen eines Unternehmens von konkurrierenden Waren oder Dienstleistungen anderer Unternehmen zu unterscheiden.


Eine Marke kann aber auch dazu verwendet werden, um ein ganzes Unternehmen oder das Leistungsangebot eines ganzen geografischen Orts (z. B. Land, Region, Stadt) eindeutig zu kennzeichnen und von konkurrierenden Unternehmen bzw. Angeboten abzugrenzen.

Markenrechte sind ähnlich wie Patente und Urheberrechte immaterielle Monopolrechte, oft auch als geistiges Eigentum bezeichnet. (Quelle Wikipedia)


Ein Vorgeschmack auf die quirlige und charmante Künstlerin Lena Braun. Kommt alle!







Samstag, 5. Juni 2010

Recycling Art oder Ready Mades?

Silke Gottschalk; Kuratorin von MocTA "Museum of contemporary TrashArt seit 2008

Studium der Malerei bei Prof. Petzold, HBK Dresden, Seit 1999 freischaffend in Berlin


Text: Silke Gottschalk/Waltraud M. Weiland

Mit Hilfe von recycelten Artefakten und TrashArt macht gottschalk*berlin sichtbar, wie sich das Bewusstsein für Gegenstände verändert, wenn sie in den Kontext der Kunst integriert werden. Die Materie (hier der Alltagsgegenstand, entsorgtes Material) wird in seiner Bedeutung transformiert und zwingt den Betrachter zu einer Erneuerung der Wahrnehmung des Gegenstandes/ Materials. In der gesamten Raumzeichnung werden Materialien verwendet, die schon als Abfall entsorgt wurden. Das großformatige Gemälde entstand auf einer alten, zerschlissenen LKW-Plane, die bereits als Müll der Entsorgungskette zugeführt wurde. Alte Keilrahmen wurden mit Folie bespannt die ebenfalls bereits im Müll gelandet waren und nun in hochwertiger goldener Farbe leuchten. Speziell für den Anton Saefkow-Platz in Lichtenberg inszeniert sie mit gefundenen und von Anwohnern mitgebrachte überflüssige Gegenstände eine Installation des Überflüssigen. Ein altes verrostetes Fahrrad, Haushaltsgegenstände, Bierdosen und andere Konsumartikel dienen der Künstlerin als Symbol für Bewegung/Entwicklung/Abwicklung und wird von ihr zu Kunst erklärt. Aus Sicht des radikalen Konstruktivismus eine völlig normale Angelegenheit.

Silke Gottschalk wird gefundene und von Bewohnern aus Lichtenberg gebrachte überflüssige Gegenstände in ihre Installation verarbeiten. (Aufbautermin und Uhrzeit wird noch genannt!)

Video von Gottschalk* Berlin


und weiteres unter- Mehr Info -Künstler_innen